Die ISM-Reports im April: Wachstum mit Preisexplosion

Die ISM-Reports im April: Wachstum mit Preisexplosion

84,6 Prozent. Das ist der Anteil der US-Industrieunternehmen, die im April steigende Inputpreise melden. Der höchste Wert seit April 2022 – dem Höhepunkt der Post-Covid-Inflation. Und das in einer Wirtschaft, die eigentlich wächst.

Aber der Reihe nach. Denn diese Woche sind zwei der wichtigsten Wirtschaftsberichte erschienen, die es in den USA gibt – und die meisten Privatanleger wissen nicht einmal, dass sie existieren.

Kurz erklärt: Was ist der ISM-Report?

Das ISM (Institute for Supply Management) befragt jeden Monat hunderte Einkaufsmanager in US-Unternehmen. Die Frage ist simpel: Läuft es besser als im Vormonat – oder schlechter? Aus den Antworten wird eine Zahl berechnet, der sogenannte PMI (Purchasing Managers' Index). Es gibt zwei davon: einen für die Industrie (Manufacturing) und einen für den Dienstleistungssektor (Services).

Die Logik ist einfach: Liegt der PMI über 50, wächst der Sektor. Unter 50 schrumpft er. 50 selbst ist die Nulllinie – weder Wachstum noch Schrumpfung. Je weiter über 50, desto kräftiger das Wachstum. Je weiter unter 50, desto stärker die Kontraktion.

Warum interessiert uns das? Weil die Einkaufsmanager die Ersten sind, die spüren, wohin die Wirtschaft läuft. Sie bestellen Material, bevor Umsätze fließen. Wenn sie mehr bestellen, ist das ein Frühsignal für Wachstum. Wenn sie bremsen, kündigt sich eine Schwäche an – oft Monate bevor sie in den offiziellen Wirtschaftsdaten auftaucht.

Diese Woche sind die April-Reports erschienen, für Manufacturing und Services. Beide erzählen dieselbe Geschichte: Die US-Wirtschaft expandiert, aber der Preisdruck ist zurück – mit voller Wucht.

Das erwartet dich:

  • Warum die PMIs ein widersprüchliches Bild zeichnen
  • Die Preisexplosion und ihre Ursache: Zölle, Löhne, Lieferketten
  • Welche Branchen gerade am stärksten wachsen – und wo sich ein Blick lohnen könnte
  • Was das für die Fed und dein Depot bedeutet