Die Lücke an der Zapfsäule

Die Lücke an der Zapfsäule

Warum die EZB die Zinsen erhöht hat, warum der Ölpreis nur die halbe Erklärung liefert, und was das für dein Tagesgeld bedeutet

Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöht. Der Satz, den Banken bekommen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, steigt von 2,25 auf 2,50 Prozent, wirksam ab dem 16. September. Es ist die zweite Anhebung in diesem Jahr. In der Begründung steht das Wort Energie.

Einen Tag vorher hatte der ADAC einen Rekord gemeldet: Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt 2,259 Euro je Liter, Diesel 2,321 Euro und damit neun Cent teurer als in der Woche davor.

Nun ist der Ölpreis in zwei Wochen von etwa 88 auf rund 105 Dollar je Fass gestiegen — ein Fass sind 159 Liter —, ein Teil der Rechnung geht also aufs Konto des Rohstoffs. Nur erklärt das den Rekord nicht: Im März stand Brent bei fast 120 Dollar und im April bei über 114, und Benzin war damals billiger als heute. Der ADAC schreibt selbst, Ölpreis und Euro-Dollar-Kurs rechtfertigten das Preisniveau „nur teilweise". In dieser Lücke steckt die Geschichte dieser Ausgabe: Der Engpass sitzt nicht beim Rohöl, er sitzt bei den Raffinerien. Und genau deshalb wird er für die Notenbanken zum Problem.

Und am Ende des Newsletters noch ein Hinweis auf eine neue Rubrik: "Wo wir stehen". Deshalb ist die heutige Ausgabe ungewöhnlich umfangreich.

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