Der stille Deal – Folge 1

Der stille Deal – Folge 1

Wie ein Land seine eigene Währung kauft

Heute wird es etwas länger als sonst, und ich sage dir gleich, worauf du dich einlässt. Das Thema, das ich in dieser und den beiden folgenden Ausgaben aufgreife, wirkt auf den ersten Blick weit weg von dem, was in deinem Depot passiert. Es geht um Japan, um Währungen, um amerikanische Staatsschulden. Kein Wort über Aktien, jedenfalls heute nicht.

Trotzdem lohnt sich die Lektüre. Denn genau dafür gibt es diesen Makro-Newsletter. Die Kräfte, die dein Geld bewegen, entstehen fast nie dort, wo alle hinschauen – sie entstehen an Stellen wie dieser und kommen mit Verzögerung bei dir an. Ich habe versucht, die Sache so einfach und anschaulich zu erzählen, wie es geht, ohne dass sie falsch wird. Am Ende der dritten Folge wirst du wissen, warum an manchen Tagen weltweit die Kurse einbrechen, ohne dass es dafür eine erkennbare Nachricht gibt. Und du wirst der Einzige in deinem Umfeld sein, der es erklären kann.

Am vergangenen Donnerstag, dem 30. Juli, hat die japanische Regierung an den Finanzmärkten etwas getan, das es in dieser Größenordnung noch nie gegeben hat. Sie hat an einem einzigen Tag umgerechnet rund 53 Milliarden Dollar ausgegeben, um die eigene Währung zu kaufen. Den Yen. Ihr eigenes Geld. Beim ersten Lesen klingt das wie ein Widerspruch. Ein Staat druckt sein Geld doch selbst – wozu sollte er es kaufen?

Die Antwort auf diese Frage führt zu einer der wichtigsten Geschichten dieses Sommers. Sie erklärt, warum sich der amerikanische Finanzminister einen Tag später eingeschaltet hat, warum in Washington Nervosität herrscht, und am Ende auch, warum das alles in deinem Depot ankommt. Aber das kommt später. Fangen wir vorne an.

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