Der stille Deal – Folge 3
Was davon in deinem Depot ankommt
Teil drei von drei, und der Teil, auf den alles hinauslief. In den ersten beiden Folgen ging es um Japan, um eine Rekordintervention am Devisenmarkt und um eine unscheinbare Kredittür bei der amerikanischen Notenbank, durch die frisches Geld in die Welt kommen kann, ohne dass es jemand Gelddrucken nennt.
Heute die Frage, die du dir vermutlich die ganze Zeit gestellt hast: Was hat das mit meinem Geld zu tun? Mehr, als dir lieb sein dürfte. Und es gibt einen Tag, an dem sich das genau nachweisen lässt.
Der 5. August 2024 war ein Montag. In Tokio fiel der Nikkei um 12,4 Prozent – der schwerste Kurssturz seit dem Crash von 1987. Als Europa aufwachte, gab auch der DAX nach, zeitweise um mehr als drei Prozent, am Ende um 1,8. In New York verlor der S&P 500 drei Prozent. Und der Volatilitätsindex VIX, den man an der Börse den Angstmesser nennt, schoss zwischenzeitlich auf 65,7 Punkte. Zum Einordnen: In den Wochen davor stand er bei zwölf bis fünfzehn.
Nun das Merkwürdige an diesem Tag: Es gab keine Nachricht, die dazu gepasst hätte. Kein Krieg war ausgebrochen, keine Bank zusammengebrochen, kein Konzern hatte Schreckensmeldungen geliefert. Die Unternehmen, deren Aktien um zwölf Prozent fielen, verkauften am Montagabend genauso viele Autos und Maschinen wie am Freitag zuvor.
Wer damals nach einer Erklärung suchte, fand vage Sätze über Konjunktursorgen. Die tatsächliche Ursache lag woanders: Die japanische Notenbank hatte fünf Tage vorher, am 31. Juli 2024, ihren Leitzins angehoben – ein Schritt von etwa 0,15 Prozentpunkten auf rund 0,25 Prozent.
Wie kann ein Sechstel eines Prozentpunkts in Tokio den schwersten Kurssturz seit 1987 auslösen? Darum geht es heute.