Der größte Börsengang der Geschichte

Der größte Börsengang der Geschichte

Drei Tech-Riesen und ein Timing, das nachdenklich macht.

SpaceX, Anthropic und OpenAI haben eines gemeinsam. Sie hätten privat bleiben können. Sie hatten Geldgeber, die ihnen jede Summe nachgeworfen haben, ohne dass sie sich der Öffentlichkeit, den Quartalsberichten und dem täglichen Urteil der Börse aussetzen mussten. Genau das haben sie jahrelang getan. Und nun, innerhalb weniger Monate, wollen alle drei an die Börse. SpaceX macht kommende Woche, am 12. Juni, den Anfang, mit einer angepeilten Bewertung von rund 1,8 Billionen Dollar und bis zu 75 Milliarden eingesammeltem Kapital der größte Börsengang aller Zeiten. Anthropic hat Anfang Juni die Unterlagen eingereicht, OpenAI dürfte im weiteren Jahresverlauf folgen, dem Vernehmen nach im vierten Quartal. Zusammen bringen sie vier bis fünf Billionen Dollar auf die Waage. Die Wall Street hat ihnen schon einen Namen gegeben: die AI-3.

Alle starren auf die Rekordsumme bei SpaceX. Dabei ist das meines Erachtens aber die falsche Frage. Es gibt eine andere Frage, die in der ganzen Aufregung um den größten Börsengang der Geschichte fast untergeht. Sie lautet nicht „Wie groß wird SpaceX?", sondern: Warum jetzt?

Wenn drei Schwergewichte, die sich der Börse so lange entzogen haben, plötzlich gleichzeitig durch dieselbe Tür drängen, lohnt es, kurz innezuhalten. Denn ein Börsengang ist im Kern der Moment, in dem frühe Eigentümer ihren Reichtum, der bis dahin nur auf dem Papier steht, in echtes Geld verwandeln. Und niemand wählt diesen Moment zufällig.

Was dich in dieser Ausgabe erwartet:

  • Was die Börsen-Euphorie von 2021 mit heute zu tun hat, und was damals nur ein Jahr später geschah
  • Warum keiner der drei Konzerne bisher verlässlich Geld verdient, und wer ihr Risiko künftig schultert
  • Die Gegenthese: Wann diese Skepsis schlicht falsch liegt
  • Drei konkrete Dinge, auf die du in den nächsten Wochen achten solltest, bevor du irgendetwas tust

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