Der stille Deal – Folge 2
Der Trick mit dem Pfandleihhaus
Teil zwei von drei. Falls du die erste Folge verpasst hast: Japan hat am 30. Juli an einem einzigen Tag umgerechnet 53 Milliarden Dollar ausgegeben, um die eigene Währung zu stützen – die größte Aktion dieser Art, die je gemessen wurde. Der Yen war zu billig geworden, was in einem Land ohne eigene Rohstoffe direkt an der Supermarktkasse ankommt. Das Geld dafür stammt aus Japans Dollar-Vorrat, und der liegt fast vollständig in amerikanischen Staatsanleihen. Diesen Satz brauchst du heute.
Denn in dieser Folge geht es um das, was einen Tag später passierte – und um eine Einrichtung, von der die meisten noch nie gehört haben.
Am 31. Juli hat sich die amerikanische Regierung an der Rettung des Yen beteiligt. Das Finanzministerium ließ über zwei große Banken Yen kaufen, beide Seiten bestätigten die Abstimmung, und Finanzminister Scott Bessent kündigte öffentlich an, man werde nicht zögern, das zu wiederholen. Präsident Trump nannte es ein Zeichen der Freundschaft.
Es war die erste gemeinsame Aktion zur Stützung des Yen seit 1998. Zwar hatten beide Länder 2011 schon einmal zusammen am Devisenmarkt eingegriffen, damals allerdings in die andere Richtung: Nach dem Erdbeben von Fukushima war der Yen zu stark geworden, und man half, ihn zu schwächen. Eine gemeinsame Stützung ist etwas anderes – und aus amerikanischer Sicht schwerer zu erklären.
Denn Amerika hat dabei mitgeholfen, den eigenen Dollar gegenüber dem Yen zu schwächen. Länder tun das normalerweise nicht. Ein starker Dollar macht importierte Waren billig, hält die Inflation im Zaum und ist innenpolitisch bequem.
Warum tut Washington es dann?