Starke Gewinne, teurer Zins
Im Quartalsreport vor einer Woche habe ich die Lage auf eine einfache Formel gebracht: Zwei Zahlen drücken auf die Kurse, der Ölpreis und die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe. Dagegen steht ein Gegengewicht, die Unternehmensgewinne. Ab Dienstag muss dieses Gegengewicht zeigen, was es wiegt. Dann legt JPMorgan als erste große US-Bank die Zahlen für das dritte Quartal vor, und die Berichtssaison kommt richtig in Fahrt.
Die Erwartungen sind hoch. Laut dem Datenanbieter FactSet sollen die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 im dritten Quartal um knapp 30 Prozent über dem Vorjahr liegen, für das ganze Jahr 2026 um rund 33 Prozent. Ungewöhnlich ist der Weg dorthin. Normalerweise kappen Analysten ihre Schätzungen im Laufe eines Quartals. Diesmal haben sie sie erhöht. Und noch nie seit Beginn der Aufzeichnung 2006 haben so viele Unternehmen vorab einen Ausblick über den Erwartungen gegeben.
Die Messlatte liegt also hoch. Allerdings haben die Unternehmen die Schätzungen in 37 der letzten 40 Quartale am Ende übertroffen. FactSet hält deshalb ein tatsächliches Plus von über 35 Prozent für wahrscheinlich, und von den ersten 19 Unternehmen, die schon berichtet haben, lagen 16 über den Erwartungen. Dass die Zahlen gut werden, ist also fast eingepreist. Spannender ist, was dahinter steckt. Das mache ich an drei Fragen fest.