US-Banken: Rekordgewinne – und eine Warnung

US-Banken: Rekordgewinne – und eine Warnung

Was die fünf größten US-Banken in ihren Earnings Calls zwischen den Zeilen über 2026 verraten haben

Vergangene Woche sind sie wieder gekommen: die Quartalszahlen der fünf größten US-Banken. JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo haben am 13. und 14. April ihre Q1-Zahlen 2026 vorgelegt – und auf den ersten Blick sieht alles bestens aus. Rekordgewinne bei Goldman. 23 Prozent Eigenkapitalrendite bei JPMorgan – ein Spitzenwert, den in Europa keine einzige Bank erreicht. Ein M&A-Boom (Firmen kaufen Firmen) wie seit vier Jahren nicht mehr. Und Wells Fargo knackt zum ersten Mal seit 2020 wieder die Eine-Billion-Dollar-Grenze beim Kreditbuch (also die Summe aller offenen Kredite, die die Bank vergeben hat).

Doch wenn du genauer hinhörst, wird es interessant. Denn zwischen den Zeilen haben die Bank-Chefs etwas ganz anderes gesagt. Jamie Dimon, der CEO von JPMorgan, hat ein Wort in den Mund genommen, das man an der Wall Street sonst vermeidet: „Stagflation.“ Gemeint ist damit eine Kombination, vor der jeder Notenbanker Angst hat: schwaches Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig hartnäckiger Inflation. Historisch das ungünstigste Umfeld, das es für ein klassisches Aktien- und Anleihen-Portfolio gibt – weil beide Anlageklassen zusammen ins Minus laufen können. Und Charlie Scharf, der CEO von Wells Fargo, ging noch einen Schritt weiter und beschrieb den US-Konsumenten als „bifurcated beneath the surface“ – gespalten unter der Oberfläche. Beides, während ihre Häuser Rekordgewinne melden.

In dieser Ausgabe zeige ich dir, warum Banken-Earnings der ehrlichste Wirtschaftsbericht sind, den du bekommen kannst – und was sie gerade wirklich über die Zukunft der US-Wirtschaft verraten.